Wo vor 100 Jahren noch die breite Elsteraue die Landschaft südlich von Leipzig durchzog, wurde 1921 das Braunkohlenabbaufeld Böhlen/Zwenkau aufgeschlossen und 1924 die erste von rund 580 Millionen Tonnen Kohle gefördert. Die Orte Eythra und Bösdorf sowie große Teile der Aue und des Harthwaldes mussten den Baggern weichen. Gegen den weiteren Abbau protestierten am 17. Februar 1993 2500 Menschen an der Abbaukante. Mit dem Ergebnis, dass am 30.September 1999 die letzte Tonne Kohle aus dem Tagebau fuhr.
Die Abraumförderbrücke AFB 18 bewegte insgesamt 1,4 Milliarden Kubikmeter Abraummassen und wurde im Jahr 2001 gesprengt. Zur Erinnerung an den aktiven Bergbau in der Region wurde 2006 der Ausstellungspavillon am KAP Zwenkau eröffnet.
Die Lausitzer- und Mitteldeutsche Bergbauverwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) betreibt seit der Einstellung der Förderung die bergbauliche Sanierung und hat hierzu bis Ende 2009 rund 14,5 Millionen Kubikmeter Erdmassen zur Herstellung der Böschungssysteme und als wichtige Voraussetzung zur Füllung des zukünftigen Zwenkauer See bewegt.
Neben dem wiederansteigenden Grund- sowie dem Niederschlagswasser, wird seit dem 09.03.2007 zusätzlich Sümpfungswasser aus dem MIBRAG-Tagebau Profen zur Füllung der Hohlform genutzt, welche etwa 174 Millionen Kubikmeter Wasser aufnehmen wird und weitere 19 Millionen Kubikmeter Hochwasser als Schutzraum für die Stadt Leipzig puffern kann.
Der Zwenkauer See wird eine Wasserfläche von etwa 10 km² haben und mit seinem Endwasserspiegel rund 3,50 Meter höher als der benachbarte Cospudener See liegen. Eine rund 700 Meter lange Kanalverbindung mit Schleuse zum Cospudener See und von dort über das Floßgrabensystem werden die Stadthäfen von Zwenkau und Leipzig 2013 miteinander verbinden.
Bereits 5 Jahre vorher, ab dem 12. Juli 2008, kann der dynamische Landschaftswandel aus der Perspektive des Wassers, und damit die unwiederbringlichen Bilder hautnah vom Fahrgastschiff SANTA BARBARA aus erlebt werden; ein weiterer Mosaikstein auf dem Weg zum attraktiven Leipziger Neuseenland.
Mit dem Bau des Stadthafens KAP Zwenkau und der Erschließung des Bebauungsplangebietes „Seebad Zwenkau“ von 2007-2011 sind die Weichen für das Wachstum der Stadt Zwenkau an den größten See im Leipziger Neuseenland gestellt.
Glück Auf und ein herzliches Ahoi


